Kleiderschrank aussortieren –was deine Kleidung über innere Grenzen verrät
Unsere Kleidung ist mehr als Mode.
Sie ist ein täglicher Begleiter, eine zweite Haut – und oft ein Spiegel unseres inneren Zustands.
Viele Menschen glauben, Stil habe vor allem mit Trends, Farben oder Schnitten zu tun.
Doch in meiner Arbeit als Style-Coach sehe ich immer wieder:
Unsere Garderobe zeigt häufig, wo wir uns anpassen, aushalten oder verbiegen – statt uns wirklich wohlzufühlen.
In diesem Artikel lade ich dich ein, deinen Kleiderschrank einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Nicht mit dem Ziel, „besser angezogen“ zu sein, sondern ehrlicher mit dir selbst.
Der Kleiderschrank als Spiegel unseres Umgangs mit uns selbst
Dein Kleiderschrank verrät viel über dich – nicht nur über deinen Geschmack oder deinen Lebensstil, sondern auch über deine Persönlichkeit und darüber, wie du mit dir selbst umgehst.
Kratzige Stoffe, unbequeme Materialien, Schnitte, die einengen oder Bewegungen einschränken, Kleidung, in der du dich schnell unwohl fühlst –
all das sind leise Hinweise darauf, was du dir zumutest oder unbewusst akzeptierst.
Und trotzdem bleiben diese Teile oft jahrelang im Schrank.
Warum?
Weil wir gelernt haben, Dinge zu akzeptieren –
auch wenn sie sich eigentlich nicht gut anfühlen.
Diese Gewohnheit zeigt sich nicht nur im Stil, sondern häufig auch im Leben.
In vielen Fällen ist Kleidung ein stiller Hinweis darauf,
wie streng wir mit uns selbst sind
wie viel wir aushalten, statt zu verändern
wie sehr wir uns an Erwartungen anpassen
Ein Kleidungsstück, das zwickt, kratzt oder uns schwitzen lässt,
kann sinnbildlich für Situationen stehen, in denen wir unsere eigenen Bedürfnisse übergehen.
Das bedeutet nicht, dass jedes unbequeme Teil automatisch ein „psychologisches Thema“ ist.
Aber wiederkehrende Muster in der Garderobe sind selten Zufall.
Praxisbeispiele aus meiner Arbeit als Style-Coach
In meiner langjährigen Arbeit mit Kundinnen sind mir immer wieder zwei sehr unterschiedliche Typen begegnet.
Der erste Typ ist sehr klar und kritisch.
Diese Kundinnen sagen oft schon im Vorgespräch:
„Ich trage nur hochwertige Kleidung.“
„Polyester kommt für mich nicht infrage.“
„Ich möchte nichts tragen, das ich ständig richten oder zupfen muss.“
Sie sind sich ihres Wohlbefindens sehr bewusst, setzen klare Grenzen und gehen ungern Kompromisse ein – weder im Stil noch im Leben.
Der zweite Typ achtet deutlich weniger auf Stoffqualität oder Tragegefühl.
Diese Frauen merken oft kaum, ob sie sich in ihrer Kleidung wirklich wohlfühlen.
Sie passen sich an, funktionieren, akzeptieren zu viel – auch dann, wenn etwas eigentlich nicht stimmig ist.
Beide Haltungen spiegeln unterschiedliche Persönlichkeitsstrukturen wider.
Das Gesunde liegt jedoch meist in der Mitte:
zu wissen, was man braucht,
zu spüren, was einem guttut,
und gleichzeitig bereit zu sein, bewusste, kleine Kompromisse einzugehen.
Im Stil – und im Leben.
Kleiderschrank aussortieren – mal anders
Kleiderschrank aussortieren kann sehr rational sein:
Was ist nicht mehr in gutem Zustand? Was passt nicht mehr richtig? Was steht mir farblich oder vom Schnitt nicht mehr? So beginnt der klassische Ausmistprozess.
Doch Ausmisten kann auch anders beginnen. Kopf aus – Bauchgefühl an. Statt sofort rationale Fragen zu stellen, beginne mit dem Spüren.
Welche Teile fühlen sich nicht mehr gut an? Dein Kopf wird sich melden mit Gedanken wie:
„Das war teuer.“
„Das ist doch eigentlich praktisch.“
„Das müsste ich eigentlich tragen.“
Versuche, diesen Stimmen nicht zu folgen. Nimm die Kleidungsstücke in die Hand. Spüre den Stoff. Fühlt er sich gut an – oder nicht?
Wenn du magst, zieh einzelne Teile an und beobachte ganz bewusst dein Gefühl. Ja oder nein?
Das ist der wichtigste erste Schritt beim Aussortieren.
Danach kannst du – wenn du möchtest – mit dem rationalen Aussortieren weitermachen und dir weitere Fragen stellen.
Aber das Spüren sollte immer an erster Stelle stehen.
Warum mit Aussortieren große Veränderungen beginnen können
Große Veränderungen im Leben fühlen sich oft überwältigend an.
Deshalb bleiben viele Menschen lange in Situationen, von denen sie eigentlich spüren, dass sie ihnen nicht guttun.
Sie gehen über ihre Grenzen, passen sich an, geben sich mit weniger zufrieden,
obwohl sie sich innerlich nach mehr sehnen.
Der Kleiderschrank kann ein sanfter Einstieg sein, um innere Muster zu erkennen und zu verändern.
Beim Aussortieren kannst du üben:
ehrlich hinzuspüren
bewusste Entscheidungen zu treffen
Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren
Jeden Tag ein kleines Stück.
Mit der Zeit überträgt sich diese Klarheit auf größere Entscheidungen.
Veränderung geschieht dann nicht aus Angst,
sondern aus Bewusstsein.
Wenn du den Schritt des intuitiven Ausmistens gemacht hast, kannst du die übrigen Teile mithilfe meines Guides zum Kleiderschrank-Ausmisten aussortieren. Dort findest du eine klare Anleitung, wie du rational vorgehst und dich von unvorteilhaften Kleidungsstücken trennst.
Zusätzlich findest du hier auch den Guide zum Kombinieren von Outfits – eine ideale Ergänzung, um deine Garderobe noch besser zu nutzen.
Wenn du deinen persönlichen Stil reflektieren und dabei neue Erkenntnisse über dich selbst gewinnen möchtest, könnte meine Stil-Reise genau das Richtige für dich sein.
Hier findest du alle Informationen dazu.

